Ein Wochenendausflug mit der KYSI

Von Gaby Schliwa

Schon lange haben Detlef und ich die Idee eines gemeinsamen Flugwochenendes gehabt. In den mittleren Osten sollte es gehen – ein bischen Heimatfeeling für Detlef.

Schnell waren ein paar Ziele gefunden – nach Eisenach und Dresden oder auch Berlin wäre schön. Mir kam alles gelegen, hauptsache mal aus dem Kartenblatt München über den Rand schnuppern und endlich mal mit dem Mose auf Reise gehen und nicht nur zum Kaffetrinken fliegen (obwohl das hat auch was). 

Am Wochenende 31.07.- 01.08.2010 war es dann endlich soweit. Das Wetter passt. Wir treffen uns am Freitagabend zur Flugvorbereitung und Samstagmorgen telefonieren wir mit dem Wettermann und dem Flugplatz Eisenach. Schauen uns im PC das Flugwetter nochmal an, das eine tiefliegende Störung im Donaugebiet voraussagt. Packen, checken und tanken den Flieger und warten erst mal noch bis 9:30 Ortszeit. Die Route haben wir über Mühldorf, Regensburg, Weiden, Hof und Pennewitz geplant. Ich fliege den ersten Trip, Detlef macht den Funk und die Navigation. Um 7:26 UTC gehts los.

Nach einem schönen Start und den netten Wünschen des DASSU-Teams geht es Richtung Norden. Nach dem Überflug der Deggendorfer Autobahn müssen wir doch erkennen, dass die kleine Wolkenstörung noch vorhanden ist. Leider liegt sie direkt auf Kurs, aber ist so begrenzt, das man den Rand im Osten und Westen gut erkennt. Deswegen verzichten wir auf eine Ausweichroute und gehen on Top in den Luftraum E und fliegen ca. 20 Minuten wie ein Airliner.

Kurz nach Regensburg haben wir wieder bestes Flugwetter und überfliegen den Schneeberg vor Hof, halten uns dann entlang des Thüringer Waldes auf Endkurs. Die Landung am Flugplatz Eisenach-Kindel um 9.46 UTC war unproblematisch, da vor mir 1700 Meter Asphalt lagen. Nur der Seitenwind war ganz schön kräftig. Gut gestärkt mit einer echten Thüringer Bratwurst gings gleich weiter zur Flugplanung. Wir haben uns spontan für Dresden International (DRS) entschieden.

Wir tankten, wechselten die Sitzplätze und Detlef flog über Jena und Altenburg nach Dresden. Der Mann vom Turm schickte uns über die kurze Bahn gen Osten. Wegen der gewölbten Bahn war das Ende der Bahn nicht zu erkennen. Detlef gab Gas und dann schauten wir zwei erst mal blöd, denn da war gar nicht mehr soviel Bahn vor uns. Wir kamen dann doch noch ganz gut weg, nachdem das Gelände dahinter gut abfällt. Beim nächsten Mal würde ich aber lieber die ganze Bahn bevorzugen.

Nach dem Abflug in Eisenach, besuchten wir erst mal die legendäre Wartburg und überflogen Erfurt, wo Detlefs Vater wohnt. Schon gut 20 km vorher konnte man den Dresdner Flughafen erkennen. Wir entschieden uns, über den Pflichtmeldepunkt Charlie einzufliegen und sanken auf 2400 ft. Ich war ganz aufgeregt, ob das mit dem Funk so alles klappt. Gleich drei Frequenzen hatte ich mir parat gelegt. 5 Minuten vor Charlie meldete ich mich - natürlich vergaß ich vor Aufregung gleich mal meine Höhe durchzugeben, aber der Mann vom Turm war absolut leger und antwortete mir erst mal in Englisch. Kurzes Stutzen und gleich kam alles nochmal in Deutsch. Wir waren derzeit der einzige anfliegende Verkehr, somit war für Detlef der Anflug absolut unproblematisch und ich kam mit dem nettem Herrn vom Turm auch gut zurecht. Meine Begeisterung war übergroß als ich die Flugplatzanlage mit der 2300 Meter langen Bahn sah. Wow das glaubt uns keiner. Detlef flog souverän die Riesenpiste an.

Wir landeten nach nur einer Stunde und 26 Minuten Flugzeit um 12:40 UTC . Dann musste ich umschalten auf Rollkontrolle und dachte ich sehe nicht richtig - stand da schon der FollowMe bereit und brachte uns zu unserem Abstellplatz. Der nette Fahrer verzurrte uns gleich den Flieger, lies uns alles auspacken und fuhr uns zum Terminal. Beim Charlie wurden wir wieder sehr herzlich begrüßt, konnten unsere gesamten Flugunterlagen im kostenlosen Safe deponieren. Das GAT hat eine eigene Vip-Lounge mit Aufenthaltsraum, Konferenztisch zur Flugvorbereitung, PC, Drucker,..– einfach alles was das Herz begehrt.

Detlef telefonierte mit seinem früheren Schul- und Studienkameraden Max. Der holte uns vom Flughagen ab und so kamen wir schon zu einer kleinern Stadtrundfahrt die in einem Villenvorort von Dresden endete. Seine Freundin Angela empfing uns gleich mit Kaffee und Kuchen, den wir im Traumgarten am Elbufer genossen. Dabei kurz ins Internet geschaut, zwei Einzelzimmer im IBIS-Hotel in der Innenstadt reserviert und mit Max Bruder Peter zurück in die Altstadt.

Die Zimmer bezogen, kurz frisch gemacht und dann durch Dresden gelaufen. Vorbei am Kulturpalast, der Frauenkirche, ans Elbufer. Dann zur Semperoper, dem Zwinger, der Kathedrale, dem Stalhof mit dem Fürstenzug. Dresden kompakt. Ein Drink an der Elbe und dann zum Abendessen mit Max und Angela in die Neustadt. Leckere Tapas und im Anschluss noch in die Eisdiele. Der Tag hätte nie enden können -  so schön wars. Wir vier verstanden uns prächtig aber um kurz vor Mitternacht mussten wir endlich ins Bett. Wollten doch wegen der nahenden Front aus Nordwesten schon früh am Flugplatz sein.

Sonntag Morgen um 6:30 waren wir schon auf dem Weg zum nahegelegenem Bahnhof. Kauften uns ein Ticket zum Flughafen und stellten erst später fest, dass die Bahn nur über Umwege wegen Gleisarbeiten fährt. Detlef spendierte kurzfristig ein Taxi und so fuhren wir gemütlich zum Flughafen. Wieder im GAT angekommen machten wir unsere Flugvorbereitung für den Rückflug. Das Wetter war doch noch besser als vorhergesagt und so entschieden wir uns  wieder über die Deutschland-Route heimzufliegen und nicht die Abkürzung über die Tschechei zu nehmen. Das Sicherheitspersonal war schon gut gelaunt und ließ uns nach gründlicher Taschen- und Körperkontrolle wieder zu unserem FollowMe. Der gleiche Fahrer wie am Vortag, brachte uns zum Flieger, bestellte uns den Tankwagen, entzurrte die Maschine und wünschte uns einen guten Heimflug.

Vollgetankt durfte ich von Dresden um 5.40 UTC starten und flog über Chemnitz, Weiden und Hof bis nach Regensburg. Nach genau zwei Stunden landete ich wieder auf einem Kleinflugplatz, der total ausgestorben war. Bis auf den Herrn vom Funk schlief da noch alles. Leider auch die Flugplatzkneipe. Kurzentschlossen startete dann wieder Detlef nach Vilshofen. Vorbei an Regensburgs Altstadt ,der Donau entlang, durften wir Vilshofen direkt anfliegen. Den Riesenhunger stillten wir mit einem ordentlichen Schnitzel und Pommes auf der Terrasse der Flugplatz-Gaststätte. Dann kam der letzte Trip zurück nach Unterwössen. Über Braunau und östlich am Chiemsee vorbei flog Detlef nach hause. Um 10:56 landeten wir in Unterwössen. Fazit: Ein tolles Wochenende mit bestem Flugwetter und überall sehr freundliche Leute.

 

Kosten/Landegebühren: 

  • Eisenach 3,60
  • Dresden  17,60 + 9 fürs Verzurren
  • Regensburg 4,00
  • Vilshofen 7,00

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