Wieder ein gelungenes Fliegerlager

Barcelonnette – auch 2004 wieder ein Super Erlebnis



Nach dem vorjährigen Jahrhundertwetter waren diesmal zwar keine Flüge zum Matterhorn drin; Barcelonnette war dennoch auch 2004 wieder ein Super Erlebnis. Immerhin haben wir im OLC insgesamt 18 Flüge, 3979 Km in 68 Std 24 Min Stunden gemeldet. (Vergleich zu Lienz: 5 Flüge, 1523 km, 17 Std 39 Min) und wir haben unter anderem wegen des ständig wechselnden Wetters viel dazu gelernt. Vor allem hat dazu natürlich auch beigetragen, dass wir den Duo dabei hatten.

 

Die Crew

Hans-Georg: der Flugleiter

Hans-Jürgen & Gudrun (ja mir san mim Radl da...)

Dieter (der Kaffee ist fertig....)

Bernd (der die lokalen Bäcker kennt... du pain et le journal d’hier…)

Uli (Checkliste bereit?...)

Marc (dürfen Biker auch fliegen?)

Cathlin (wer zu spät kommt, der fliegt auch keinen Duo...)

 

Gastrollen kamen aus Unterwössen, Geitau und Vorgtareut.

 

Anreise und Unterkunft

Die Anreise über Italien und den Col de Larche ist inzwischen schon Routine, auch wenn Gudrun diesmal in späten Nachtstunden am Col de Larche ein kapitaler Hirsch über den Weg gelaufen ist. Die Crew wurde erst ganz allmählich komplett. Dieter und die Seidels testeten als Vorhut schon ’mal mit der ASW20 das Terrain während Bernd mit dem Duo und Hans-Georg eine gute Woche später eintrudelten. Noch später kam Uli . Besonders zu erwähnen: Marc reiste mit dem Motorrad an.

Dass Barcelonnette ein sehr beliebter Urlaubsort mit einer Vielzahl von Freizeitangeboten ist, führt dazu, dass die Unterkünfte einschließlich der Campingplätze in der ersten Augusthälfte praktisch ausgebucht sind. Unangemeldet sollte man eigentlich nicht hinfahren.

Hautnah bekamen dies Uli zu spüren.

 

Fliegen

Hans-Jürgen spart beim F-Schlepp und war zudem manchmal ganz schön weit unten

Hier ein Beispiel:

War es sportlicher Ehrgeiz? oder war es der Umstand dass ich dieses Jahr generell ziemlich früh ausgeklinkt hatte und außer mit dem Duo dabei immer gut wegkam? oder war es doch – wie Marc behauptet – der Gedanke an die F-Schlepp Gebühren? Jedenfalls habe ich bei einem „Lupfer“ in 400m über Platz ausgeklinkt. Kurz danach war mir klar, dass das wohl sehr früh war. Jetzt hieß es kämpfen! Nördlich des Platzes ging’s ein bisschen. Sicher hat mir dabei geholfen, dass ich im Falle eines Falle(n)s direkt hätte rein landen können. (Starke Südströmung, ungewöhnliche Windverhältnisse am Platz, Start-Landerichtung 09)

Auf jeden Fall habe ich nach einer halben Stunde den Flug mit der Kategorie Übungsflug abgehakt, aber es ging…. Irgendwann habe ich dann doch einen ganz guten Bart erwischt und kam in gewohnter Manier über 3000m. Aber es sollte noch ganz schlimm kommen….

Über den Col de Var in Richtung Pracheval bei St. Crepin ging’s einwandfrei (3500mm). Erfreut über die beruhigende Höhe flog ich weiter mit Ziel Briancon , was bei der starken Südströmung ein Riesenfehler war. In dem sich nach Nordosten drehenden Gebirgszug geriet ich schnell ins Lee und was das in dieser Gegend heißt, kann man leicht im Barogramm dieses Fluges erkennen. Jetzt hatte ich nur noch das Ziel, den Flugplatz von St. Crepin zu erreichen, was sich bei dem außerordentlichen Sinken und einer starken Gegenwindkomponente als äußerst schwierig erwies. Den Flugplatz in einem relativ flachen Winkel in Sicht kündigte ich schon ’mal meine Landung an: “ St.Crepin , D-2020 – j’ ai perdu l’altitude“ – je viens direct a la 16“. Knappe 200m über Platz habe ich’s dann doch noch mal am Haushang quer ab der Landebahn probiert und – wie am Barogramm zu sehen … gewonnen. Wer weiß, vielleicht hat mir dabei auch die Übungsstunde am Beginn dieses Fluges geholfen….

 

Noch ein Erlebnis: Auch „Newbie“ Marc kommt hoch hinaus:

Angekommen in Barcelo wurde ich gleich auf das netteste empfangen, kaum mit dem ersten „zweiten Frühstückskaffee“ in der Hand, lerne ich, daß es am abend leckeren Fisch gibt.

Fliegerisch ging’s dann aber auch schnell los, eh ich es mich versah, durfte ich den zweiten Platz im Duo hinter Bernd einnehmen. Einen besseren Einstieg kann man sich als Neuling gar nicht vorstellen, denn der Sicherheitsgewinn durch das „begleitete Fliegen“ ist angesichts fachkundiger Begleitung im hochalpinen Umfeld ernorm. Wie ich es schon früher einmal in Samedan erlebt habe, ist der Schritt von der ersten Alpenkette in UWOE zu den höchsten Pässen der Alpen rund um Barcelo nicht gerade gering....


Am nächsten Tag war wieder Südlage, diesmal mit bis zu 50 Knoten Wind Vorhersage in großen Höhen.... aber, ob wir heute starten sollten? Diesmal waren wir insofern schlauer, wir hatten gelernt, daß wir nicht zu lange warten sollten. Gesagt getan, ein kurzer Fenster von drehenden Winden wurde genutzt, und wir kamen gut in die Luft...

Aber es geht doch nichts über einen guten Piloten und eine schöne ruhige Welle... mit der richtigen Technik kann man auch auf engsten Raum ein komplettes „Umstaumanöver“ in der Kälte unter Sauerstoffbedingungen hinbekommen – mehr sag‘ ich weiter nicht dazu!

Mit unserer erreichten Höhe mußten wir zum Rückflug über den Col de Vars sogar die Klappen ziehen, um wieder zwischen Wolkendecke und Paß zu kommen, das nenne ich dann Luxus!

Nach insgesamt 4 Stunden schöner Fliegerei meldete sich bei mir jedoch das leichte „Copilotensyndrom“ – mein Magen war eher auf Landung und anschließende Kaffeerunde statt auf weiteres Fliegen aus.... Bernd hatte ein Einsehen, und so landeten wir rechtzeitig zur „Siemens Kaffeezeit“ um einen schönen Flugtag wie es sich gehört ausklingen zu lassen... Fazit für einen Barcelo-Beginner: ein großes Erlebnis, das Appetit auf mehr macht!

 

Hans-Jürgen & Hans-Georg testen auch mal den Motor des Duo, jeder durfte mal anschmeißen....

Nicht nur für die Barcelonnette Neulinge Marc und Uli sondern für die gesamte Crew war der Duo ein echter Lustgewinn (Gunnar, noch ’mal vielen Dank für Deinen Einsatz im Vorstand).

Was will man mehr, als mit den Cracks ganz ohne Stress ’mal etwas Neuland zu erkunden und in der faszinierenden Landschaft der französischen Alpen Welle zu fliegen? Auch der Motor hat seine Dienste getan; und zwar bei ein und demselben Flug gleich zweimal: Zuerst hatte Hans-Jürgen wieder etwas sehr früh ausgeklinkt und den Doppelsitzer in dem engen Bart nicht halten können. Auch die Übergabe der Ruder an Hans Georg nutzte da nichts mehr. Der Motor hat ihnen dann nicht nur Geld sondern auch viel Zeit gespart und so zu einem wunderschönen Flug zum Lac de St. Croix verholfen. Vielleicht war diese Strecke allzu problemlos, ein kurzer Ausflug etwas weiter ins Flachland war dann doch etwas zu viel

 

Hans & Uli machen wieder Punkte für das Alpenflugzentrum...(aber nicht nur sie...) Stundenlang geradeaus und trotzdem keine Höhe verloren....

 

Freizeit wenn nicht fliegen

Radfahren

Barcelonnette bietet auch über das Fliegen hinaus eine ganze Menge Möglichkeiten sportlicher Betätigung und anderer Freizeitgestaltung. Die ganze Gegend ist ein Dorado für Radfahrer, Wanderer und auch Schwimmer.

Für Seidels ist jedes Jahr Radfahren d i e Herausforderung. Von den vier großen Pässen (Cols) rund um Barcelonnette haben sie sich diesmal den Allos und den Cayolle vorgenommen. „Bonne Chance!“ „Allez, Allez!“ sind häufige Aufmunterungen von (fast immer vorsichtig) vorbeifahrenden Autofahrern und von ambitionierten Rennradfahrern. Die Tour de France hat wohl in dieser Gegend für immer viel von ihrem flair hinterlassen.

 

Wandertag

Auch Dieter ist dabei auf der Suche nach dem Aussenlandefeld (Christopherus läßt grüßen)

Es gibt auch in Barcelonnette Tage, an denen das Wetter gut, aber Fliegen nicht so viel versprechend ist. An einem solchen Tag war auch ’mal ein Wandertag angesagt. Fast die ganze Crew hat teilgenommen. Mit dem Auto ging’s zunächst hinauf zu dem 1900 m hoch gelegenen Bergdorf Fouillouse . Dort beginnt ein reizvolles Tal inmitten einer gigantischen hochalpinen Landschaft, wo wir sogar Murmeltiere beobachten konnten. Erstaunlich, auch Dieter hat den mäßig ansteigenden Weg gut bewältigt.

Für Uli gestaltete sich allerdings zunächst das Parken zum Problem. Das Abstützen der Räder mit riesigen Steinen, um einen Absturz in den Abgrund zu verhindern, kam ihm doch nicht ganz geheuer vor… Gleich zu Anfang wurden wir aber dann durch eine nette Refuge (Gasthaus mit Herberge) motiviert. Einige haben sich sicher auf dem ganzen Weg nur auf die Einkehr konzentriert, was später dann natürlich auch ausführlich genossen wurde.

 

Auch Flieger können Urlaub genießen !!!

Auch sonst haben wir es uns in Barcelonnette sehr gut gehen lassen. Alles klappte reibungslos, weil jeder seine Aufgabe perfekt erledigte und keine Befehlsgeber anwesen waren.


Fazit: Ein rundum gelungenes Fliegerlager.

 

Einige ausgewählte Bilder aus Barcelonnette 2004.